Stimmen zum Pflegebudget
Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Flexiblere Angebote
Welche Erwartungen, Hoffnungen, Bedenken verbinden Sie mit dem Projekt "Persönliches Budget"?
Erwartungen und Hoffnungen:
Heutiger Pflegebegriff ist viel zu somatisch orientiert, um die Bedürfnisse von Demenzkranken zu berücksichtigen. Ich erhoffe mir eine wirklich personenbezogene Pflege, die genau die Pflegesituation des betroffenen Menschen abdeckt.
Bedenken:
Regulierungen und qualitätssichernde Maßnahmen werden sein müssen. Mit wieviel bürokratischer Gründlichkeit und Dokumentation werden wir das erkaufen müssen? Der Mehraufwand muss den Pflegebedürftigen zu gute kommen und nicht in der Verwaltung des "personenbezogenen Pflegebudget" aufgezehrt werden.
Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach ein Persönliches Pflegebudget für die Zukunft der Pflegeversicherung?
Es ist unbedingt notwendig, da sich die heutigen Festlegungen als unzureichend vor allem in der Pflege Demenzkranker erwiesen haben.
Erwarten Sie, dass das Persönliche Pflegebudget flexiblere Betreuungs- und Pflegearrangements schaffen wird?
Ja, aber nur bei flexibler Handhabung und gut geschulten Case-Managern.
Mit welchen Auswirkungen auf den Anbietermarkt rechnen Sie ?
Variationsreiches umfassenderes und flexibleres Angebot, das sich nicht nur an den starren Regeln der "Verrichtung" nach dem Pflegegesetz orientiert. |