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Stimmen zum Pflegebudget

 
   

Petra Selg, MdB, Pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Baustein für eine stabile und nachhaltige Pflegeversicherung

Welche Erwartungen, Hoffnungen, Bedenken verbinden Sie mit dem Projekt "Persönliches Budget"?

Ein Personenbezogenes Pflegebudget kann einen wichtigen Beitrag zu einem selbstbestimmteren Leben pflegebedürftiger Menschen leisten. Die betroffenen Menschen sollen selbst entscheiden können, welche Art der Unterstützung sie in Anspruch nehmen wollen. Die Hilfeleistungen also autonom „einkaufen“ und organisieren zu können, wird die Rolle der Pflegebedürftigen gegenüber den Leistungsträgern wesentlich stärken und ihr Selbstwertgefühl steigern.

Dabei geht es nicht darum, die Menschen mit ihrer Bedürftigkeit und den entstehenden Kosten allein zu lassen. Die ausreichende Unterstützung bei der Inanspruchnahme des Pflegebudgets muss gewährleistet sein, zum Beispiel in Form eines Case-Managements. Das Budget muss eine Wahlleistung sein, denn nicht alle Menschen sind in der Lage, mit den hohen Anforderungen umzugehen, die mit damit verbunden sind.

Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach ein Persönliches Pflegebudget für die Zukunft der Pflegeversicherung?

Wir müssen in der Pflegeversicherung das Prinzip „ambulant vor stationär“ stärken. Das ist vor allem für die Menschen wichtig, die in aller Regel möglichst lange und autonom in ihrem vertrauten Umfeld leben wollen. Doch auch angesichts der steigenden Ausgaben der Pflegeversicherung brauchen wir die Stärkung der kostengünstigeren ambulanten Versorgungsstrukturen. Das Persönliche Pflegebudget unterstützt beide Ziele und ist damit ein wichtiger Baustein zur Entwicklung einer stabilen und nachhaltigen Pflegeversicherung.

Erwarten Sie, dass das Persönliche Pflegebudget flexiblere Betreuungs- und Pflegearrangements schaffen wird?

Dies ist eines der zentralen Argumente für das Persönliche Pflegebudget. Die stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Erwartungen der Pflegebedürftigen soll die kreative Entwicklung innovativer Versorgungsmodelle anstoßen. Der Pflegebedürftige soll in diesem Prozess nicht mehr Leistungsempfänger, sondern Anstoßgeber, Partner und Mitentwickler sein.

Mit welchen Auswirkungen auf den Anbietermarkt rechnen Sie?

Das Persönliche Pflegebudget kann zu mehr Wettbewerb um Leistungsqualität führen. Da die Auswahl und Kontrolle der Leistungen nunmehr direkter durch den Betroffenen erfolgt, sind die Anbieter gehalten, sich auf den individuellen Bedarf der zu Pflegenden einzustellen. Dies ist keine Belastung: Das Image und Profil eines Anbieters kann davon erheblich profitieren, die Leistungspalette kann sich erweitern und verbessern.

 

 

Anke Buhl

Malu Dreyer

Prof. Dr. Peter Löcherbach

Heike von Lützau-Hohlbein

Frieder Neuber

Dr. Peter Pick

Jun.-Prof. Michaela Röber

Prof. Dr. Doris Schaeffer

Paul-Jürgen Schiffer

Horst Schmidbauer

Prof. Dr. Roland Schmidt

Petra Selg

Birgit Thomas und Andreas Büscher